Bei der Definition von Krankheit und Gesundheit sind wir mit Begrifflichkeiten aufgewachsen, die ausschliesslich von der modernen Medizin und der Naturwissenschaft geprägt wurden. Dahinter steht immer der Gedanke: eine Krankheit hat einen Erreger.

Diese Erreger (Bakterium, Virus, Prion, Schadstoff…) gelangen in den Körper, und verursachen daraufhin eine Krankheit mit einem mehr oder weniger klar umschriebenen Krankheitsverlauf. Ist kein Erreger zu finden, dann liegt das daran, dass die diagnostischen Möglichkeiten es noch nicht zulassen u/o der Erreger sich gut versteckt. Selbst bei Multipler Sklerose oder Krebs kann man immer wieder die Bemühungen der Forscher sehen, vielleicht doch einen Erreger zu finden. Verständlich, denn dann kann die moderne Medizin einen Heilversuch unternehmen, indem die Erreger ausgeschaltet werden. Aber warum gibt es dann so viele sogn. “Psychsomatische Krankheiten”? Gerade im Fall von Depression werden die meisten Menschen erklären, dass es sich um eine psychische Krankheit handelt – also kein Erreger? Aber wie kann die Psyche krank werden, wie kann der Geist krank werden? Wer darüber nachdenkt, wird irgendwann zu dem Punkt kommen, dass die Krankheitsbegriffe der modernen Medizin absolut unzulänglich sind, denn es scheint mehr zu geben, als die Summe von Zellen und biochemischer Reaktionen

Krankheit beginnt schon lange vor der “Infektion” mit einem Erreger

Es ist interessant, wie Halsentzündungen mit Antibiotika bekämpft werden, nur weil sich im Abstrich Streptokokken (Bakterien) finden ließen. Wußten Sie, dass die meisten Menschen auch im “gesunden Zustand” mit Streptokokken im Hals leben? Oder nehmen wir das “Helicobacter Pylori” Bakterium, das so gerne bei Magenerkrankungen bekämpft wird: die meisten Menschen leben mit diesem Bakterium, ohne “krank” zu sein (übrigens: mit jedem Kuß kommt das Bakterium zurück, vielleicht sollte man also auch gleich das gefährliche Küssen einstellen). Ähnliches hat jetzt mit dem Papilloma Virus begonnen, der als Erreger des Gebährmutterhalskrebses herhalten muß (weil man ihn so schön impfen kann (?!).

In der traditionellen Medizin spielt ein Erreger fast keine Rolle, denn die Krankheit hat schon viel früher auf anderen Ebenen begonnen. Die Erreger nutzen lediglich das veränderte Milieu, um sich auszubreiten. Anders verhalten sich einige schwere Epidemien, wie zB. Ebola-Infektionen: dieses Bakterium erreicht beim Menschen den falschen Wirt ¹ und führt dort so schnell zum Tod, dass dem Körper keine Reaktionszeit bleibt. Aber man sollte eine Antibiose oder antivirale Medikamente auf wirklich lebensrettende Therapien beschränken, um die steigenden Resistenzen aufzuhalten.²

Was verursacht Krankheit, wenn die Erreger es nicht sind?  Ist alles Psychosomatik?

Ja und nein. Die ganzheitlichen Heilmethoden (Homöopathie, Traditionelle Chinesische Medizin, etc) beschränken den Menschen nicht auf seinen Körper, sondern erweitern ihn auf die Ebenen: Geist, Psyche und Körper. Störungen können also auch in anderen Ebenen auftreten und unser Leben beeinflussen.

Führt eine psychische Störung z.B. zu einem Magenproblem, so hat sich die psychische Störung “somatisiert”, dh, auf die körperliche Ebene verlagert. Aber es muß nicht auf die körperliche Ebene ausstrahlen, es kann genausogut innerhalb der Ebene bleiben und zu einer  Angststörung, einer Depression o.ä. kommen.

Auf der geistigen Ebene kann es zu Konzentrationsstörungen, Zerstreutheit, geistige Verwirrtheit bis hin zur Geisteskrankheit kommen.

Es sind die Störungen, die bei entsprechend anfälligen Menschen Krankheiten auslösen, egal auf welcher Ebene diese Störung wirkt. Als Störung zählt z.B. eine seelische Verletzung (wie klein sie auch dem Außenstehenden erscheinen mag), der Tod eines Freundes, der Verlust des Arbeitsplatzes, u.v.m.

Nach einem störenden Einfluß versucht der Organismus, im Gleichgewicht zu bleiben, sich auszubalancieren, sich zu reparieren. Er tut es mit den ihm zu Verfügung stehenden Mitteln: er erzeugt Symptome. Die Symptome wirken wie ein Ventil, durch die sich der Körper Entlastung verschafft. Meistens schafft es der Organismus, durch die Symptome selbst wieder ins Gleichgewicht zu kommen – die Symptome hören auf.  Aber manchmal ist er überfordert und  braucht Unterstützung. Er braucht Unterstützung und nicht die Beseitigung seiner eigenen Heilstrategie (=Symptome)! Heilung geschieht immer von Innen heraus. In der ganzheitlichen Medizin wird deshalb geschaut, was einem Menschen womöglich fehlt, um durch diese Ergänzung den Prozeß anzuschieben, der zur Wiederherstellung des Gleichgewichts und somit zur Gesundheit führt. Unterdrücke ich aber einfach Symptome, indem ich einen z.B. Hautausschlag mit Cortison abstelle, dann muß sich der Körper natürlich ein neues Ventil schaffen, mit dem er versucht, wieder ein Gleichgewicht herzustellen – die “Reise einer Krankheit” beginnt (Buch von Mohinder Singh Jus), aus der Neurodermitis wird beispielsweise einige Jahre später Asthma!

¹  biologisch ist ein Virus/Bakterium nicht am Tod des Wirtes interessiert, da es mit ihm früher oder später auch stirbt. Bei tödlichen Begegnungen handelt es sich daher eher um einen Unfall, eine Variante der Evolution, die sich auf Dauer nicht durchsetzen kann, da alle Beteiligten aussterben!

² Evolutionsbiologisch möchte ich ergänzen, dass tödliche Epidemien einen höchst reinigenden Effekt auf den Gen-Pool einer Art haben, da nur die Kräftigen überleben. Es klingt grausam, aber entweder wird sich die menschliche Rasse genetisch so lange vergiften, bis sie sich ausrottet, oder die Natur findet neue Epidemien, die wir nicht bekämpfen können und die menschliche Art somit gesund dezimiert wird.